Am vergangenen Wochenende reiste die internationale Kartsport-Elite zur zweiten Veranstaltung der Deutsche Kart Meisterschaft nach Oschersleben. Für die Rennen auf der 1018 Meter langen Bördekreis-Rennstrecke hatten sich in drei Klassen insgesamt 90 Starter aus 16 (!) Nationen eingeschrieben.
In der “Königsklasse” Deutsche Kart Meisterschaft (DKM) sicherte sich der aktuelle Deutsche Kart Meister Nikolaj Moller Madsen (Energy Corse) aus Dänemark einen beeindruckenden Doppelsieg. Auch bei den Schaltern in der Deutsche Schalt Kart Meisterschaft (DSKM) konnte ein Pilot einen souveränen Doppelsieg einfahren. Der Franzose Manuel Renaudie (AVG Racing) war von der versammelten Konkurrenz am Wochenende nicht zu stoppen. Mit Christian Sörensen (Solgat Motorsport) triumphierte im Finallauf der Deutsche Junior Kart Meisterschaft (DJKM) ein weiterer Däne. Den einzigen deutschen Erfolg steuerte überraschend Youngster Maximilian Günther (RS-Motorsport) bei. Der Rettenberger zeigte eine tolle Show und konnte den DJKM-Sprint klar zu seinen Gunsten entscheiden.
Von Freitag, 28. bis Sonntag, 30. Mai kämpften die ambitionierten Kartsportler in der Motorsport Arena Oschersleben im Rahmen des Int. ADAC-Kartrennen um jeden Zentimeter Asphalt. Am Samstag wurden bei besten äußeren Bedingungen, Sonnenschein und angenehm warme Temperaturen, zunächst das Zeittraining und die Qualifikations-Heats ausgetragen. Für den Sonntag standen dann die Sprintrennen (13 Runden) sowie die jeweiligen Finalläufe (24 Runden) auf dem Zeitplan. Nachdem es am Sonntagmorgen noch heftig geregnet hatte, verbesserten sich die Witterungsbedingungen im Laufe des Tages und es blieb fortan trocken. Lediglich kurz vor der Siegerehrung mussten sich die Aktiven und die Veranstalter einem weiteren Regenguss aussetzen.
Während des gesamten Wochenendes wurde den zahlreichen Zuschauern an der Strecke einiges geboten. Mit rasanten Starts, packenden Zweikämpfen und tollen Überholmanövern lieferten die Piloten Kartsport auf höchstem Niveau.
Spannung pur im engen Kurvenlabyrinth der Motorsportarena Oschersleben.
DSKM: Manuel Renaudie baut Gesamtführung mit Doppelsieg weiter aus

Bei den Schaltern gingen 27 international sehr erfahrene Spitzenfahrer an den Start. Der Franzose Manuel Renaudie hatte bereits beim Saisonauftakt auf dem Erftlandring in Kerpen die meisten Punkte gesammelt. Zu seinen 37 Zählern sollten in Oschersleben weitere hinzu kommen. Gleich im Zeittraining machte der AVG Racing-Pilot deutlich, dass auch auf dieser Strecke mit ihm zu rechnen ist. Mit seiner Rundenzeit von 36,500 Sekunden markierte Renaudie zunächst die Pole Position. Als Lohn bekam er dafür zwei Meisterschaftszähler auf seinem Punktekonto gutgeschrieben. Als bester Deutscher stellte Marcel Jeleniowski (Energy Corse) sein Kart mit einem Rückstand von zwei Zehntelsekunden auf den fünften Startplatz.
Auch in den drei Qualifikations-Heats war die Dominanz von Manuel Renaudie nicht zu übersehen. Der 28-Jährige konnte seine beiden Rennen gewinnen und sich somit als Bester für den Sprint am Sonntag qualifizieren. Im dritten Heat behielt der Italiener Paolo De Conto (Energy Corse) die Übersicht. Der Laufsieg sowie ein dritter Rang bedeuteten in der Abschlusswertung der Heats Rang zwei. Als bester Deutscher in dem mit internationalen Top-Fahrern gespickten Feld platzierte sich Marcel “Jeli” Jeleniowski (Energy Corse) auf Rang drei.
Nachdem es am Sonntagmorgen im Warm Up noch heftig geregnet hatte, musste das Sprintrennen über 13 Runden auf regennasser Fahrbahn ausgetragen werden. Mit einem spitzenmäßigen Rennen starteten die Schalter anschließend in den Finaltag. Von der Pole Position weg diktierte Manuel Renaudie während des gesamten Rennverlaufes das Geschehen an der Spitze. Lediglich im ersten Renndrittel konnte Paolo De Conto dem international sehr erfahrenen Renaudie “Paroli bieten”. Den Laufsieg des Franzosen konnte aber auch er nicht verhindern. Mit einer super fahrerischen Leistung schaffte es der Niederländer Verdi Geurts (Fortuna Motorsport) von Startplatz sechs bis auf Rang zwei nach vorne. Ebenfalls prächtig präsentierte sich der Brite Jack Hacksworth (Team Maddox). Für ihn ging es von Position 13 im Grid vor auf Platz drei. Marcel Jeleniowski wurde als Achter bester Deutscher im Sprint.
Entsprechend des Sprint-Zieleinlaufs starteten die Piloten mit den leistungsstarken KZ2-Motoren bei Sonnenschein in das Finalrennen über 24 Runden. Nach einem vorbildlichen Start kamen alle Fahrer sauber und ohne Probleme durch die ersten Kurven. Den besten Start erwischte dabei Marcel Jeleniowski. Der Energy Corse-Werkspilot verbesserte sich gleich von Startplatz acht bis auf Rang vier nach vorne. Umso bedauerlicher dass er schon in der zweiten Runde mit einem technischen Defekt aufgeben musste. Schnell konnte sich eine Spitzengruppe formieren und vom Rest des Fahrerfeldes absetzen. Zur Rennmitte hatte sich die fünfköpfige Spitzengruppe einen komfortablen Vorsprung erarbeitet. Im spannenden Kampf um den Sieg nutzte Manuel Renaudie in der zweiten Rennhälfte seine Chance und vergrößerte den Abstand zu den Verfolgern. Der 28-Jährige überquerte letztendlich mit einem Vorsprung von gut dreieinhalb Sekunden als verdienter Sieger die Ziellinie. Im rein britischen Zweikampf um Platz zwei konnte sich am Ende Jack Hacksworth vor Landsmann Mikel Ryall (CRG Holland) behaupten. Die Niederländer Verdi Geurts und Jorrit Pex (CRG Holland) komplettierten den Einlauf auf den Rängen vier und fünf. Aus deutscher Sicht sorgte Riccardo Negro (D.S. Racing) auf Platz zehn für das beste Resultat.
Für Renaudie hat sich die Reise in die Börde richtig gelohnt. Mit der maximalen Punktzahl von 40 Zählern hat der Franzose in Oschersleben alles abgeräumt und seine Gesamtführung somit weiter ausgebaut. Mit 77 Zählern wird er beim nächsten DSKM-Start in Wackersdorf erneut als Spitzenreiter ins Rennen gehen. Als Zweiter fährt der Brite Mikel Ryall mit 50 Zählern in die Oberpfalz. Jorrit Pex aus den Niederlanden komplettiert das Klassement mit 33 Punkten auf Rang drei. Als bester Deutscher Starter rangiert Marcel Jeleniowski derzeit mit 19 Zählern auf Rang acht der Gesamtwertung.
DJKM: Dänischer Finalsieg und Deutscher Lichtblick

Im Feld der Junioren hatten sich 32 Starter zum Kräftevergleich in der Magdeburger Börde versammelt. Der Niederländer Maksi van Meever (Team Maddox, 35 Punkte) hatte seine Sache beim Saisonauftakt im Rheinland besonders gut gemacht und war nach dem Finalsieg in Kerpen folgerichtig als Führender angereist.
Das Zeittraining begann zunächst mit einer faustdicken Überraschung. In 38,810 Sekunden absolvierte Maximilian Günther (RS Motorsport-Team) als Schnellster das Qualifying und stellte somit sein Maranello-Kart auf die Pole. Neben dem Rettenberger platzierte sich Marek Böckmann vom KSM Racing-Team auf Rang zwei. Der Lautersheimer hatte bereits in Kerpen die Pole Position ergattern können.
Maximilian Günther hatte vor dem Rennwochenende niemand so richtig auf der Rechnung gehabt. Der 12-Jährige ist der mit Abstand jüngste Pilot im Klassefeld der Junioren mit KF3-Motorisierung. Dass er sehr gut und sehr schnell ist, zeigte der Allgäuer dann auch in den Qualifikations-Heats. Mit zwei blitzsauberen Siegen sicherte sich Maxi die beste Ausgangsposition für den Sprint am Sonntagmorgen. Auf Rang zwei der Heat-Gesamtwertung konnte sich mit Marcel Schultheiß (Mach1) ein weiterer Deutscher platzieren. Der Norweger Dennis Olsen und der Däne Christian Sörensen rundeten auf den Positionen drei und vier das Heat-Klassement ab.
Am Sonntagmorgen mussten sich die Junioren erstmal mit neuen Gegebenheiten anfreunden. Während des Warm Up hatte ein kräftiger Regenguss für veränderte Streckenbedingungen gesorgt. Unbeeindruckt davon sammelte Maxi Günther mit der schnellsten Zeit im Warm Up weiter Selbstvertrauen. Auf abtrocknender Strecke sollte sich dies im Sprintrennen auszahlen. Mit einem super Start konnte sich Maxi Günther bereits in der ersten Runde vom restlichen Feld absetzen. In der Folge vergrößerte der Rettenberger stetig seinen Vorsprung und fuhr am Ende sehr kontrolliert und souverän als Laufsieger über die Ziellinie. Eine äußerst beachtliche Leistung des 12-Jährigen Nachwuchspiloten. Hinter ihm zog sich das Feld weit auseinander. Wie an einer Perlenkette aufgereiht absolvierten die Fahrer das Sprintrennen. Eine beachtliche Vorstellung zeigte auch Marek Böckmann (KSM-Racing-Team). Der Lautersheimer verbesserte sich vom fünften Startplatz bis auf Rang zwei. Sein Teamkollege David Detmers aus Österreich holte sich Rang drei vor dem Dänen Christian Sörensen.
Vor dem Finalrennen am Nachmittag war die Anspannung im Feld der Youngster förmlich greifbar. Die Witterungsbedingungen waren mittlerweile wieder umgeschlagen und hatten somit erneut für andere Streckenbedingungen gesorgt. Am Start konnte sich Maximilian Günther wie im Sprintrennen zunächst behaupten. Der Fahrer aus dem RS-Motorsport-Team führte das Feld vor Marek Böckmann und Lucas Auer (Team Maddox) durch die ersten Runden. Es entwickelte sich ein gutes Rennen mit zahlreichen Positionswechseln im Mittelfeld. An der Spitze verteidigte Maxi Günther seine Führung bis zur Rennmitte, in der zweiten Rennhälfte wurde der Druck auf ihn jedoch zunehmend größer. Insbesondere Christian Sörensen wurde mit zunehmender Renndauer immer schneller. In der 16. Runde übernahm der Däne schließlich die Führung. Bei diesem Manöver musste Maxi Günther bedauerlicherweise gleich zwei weitere Fahrer passieren lassen. Im Ziel verpasste er mit Rang vier letztendlich nur knapp geschlagen den eigentlich verdienten Sprung auf das Siegerpodest. Dort jubelten der Sieger Christian Sörensen vor dem Österreicher Lucas Auer und Dennis Olsen.
In der Gesamtwertung übernahm der Däne Christian Sörensen mit 65 Punkten die Führung. Mit jeweils 36 Punkten folgen Marek Böckmann und Lucas Auer auf den Rängen zwei und drei. Maximilian Günther machte einen riesigen Sprung und ist mit 28 Zählern nun Fünfter der Rangliste.
DKM: Doppelsieg – Deutscher Meister Moller Madsen gibt Ton an

Niklas Brinkmann vom CRG Holland-Team reiste mit 33 Punkten als Gesamtführender der DKM nach Oschersleben. Der Neuenradener hatte sich bei der Auftaktveranstaltung in Kerpen-Manheim mit dem Sieg im Finallauf die Spitzenposition erobert.
Für die Rennen in der “Königsklasse” vor den Toren von Magdeburg hatten sich insgesamt 29 Piloten in die Teilnehmerliste eingetragen. Im Zeittraining am Samstagvormittag konnte sich zunächst ein altbekanntes Gesicht in den Vordergrund schieben. Der DKM-Champion aus dem Vorjahr, Nicolaj Moller Madsen aus Dänemark, sicherte sich mit der schnellsten Rundenzeit von 37,418 Sekunden die Pole Position sowie zwei Punkte für die Meisterschaftswertung. Schon im vergangenen Jahr hatte der Energy Corse-Pilot an gleicher Stelle das Qualifying und den Finallauf zu seinen Gunsten entscheiden können. Hinter dem Titelverteidiger belegten der Luxemburger Rick Nadin (CRG Junior-Team) und Hendrik Grapp (KSM Racing-Team) aus Berlin die Plätze zwei und drei.
In den drei Qualifikations-Heats am Samstagnachmittag ging es für die Piloten darum, die bestmögliche Ausgangsposition für den Sprint am Sonntagvormittag herauszufahren. Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen sicherte sich Rick Nadin mit einem Laufsieg und einem zweiten Platz die beste Ausgangsposition für das Sprintrennen. Nach einem Laufsieg und einem dritten Rang schaffte es der Däne Moller Madsen auf Rang zwei der Heat-Wertung. Platz drei ging an den Berliner Hendrik Grapp (KSM-Racing-Team). Unglücklich verliefen die Heats aus der Sicht von Niklas Brinkmann. Mit einem Sieg und einem Ausfall musste er sich mit Position 13 in der abschließenden Heat-Wertung zufrieden geben.
Nach einem Regenschauer am Morgen durften die DKM-Piloten mit Slicks auf fast trockener Strecke in ihren Sprint über 13 Runden starten. Polesetter Rick Nadin entschied den Start zu seinen Gunsten, musste dann aber in der berüchtigten “Schweine-Ohr-Kurve” kurz von der Strecke und fiel zurück. Dies brachte Hendrik Grapp in Führung. In Runde vier eroberte sich der Däne Thomas Krebs (RS-Motorsport) die Spitzenposition. Diese musste er aber bereits drei Runden später zu Gunsten von Landsmann Nicolaj Moller Madsen wieder räumen. Bis ins Ziel verteidigte der Champion anschließend seine Führung. Rang zwei ging an Thomas Krebs vor Rick Nadin und Hendrik Grapp. Mit der schnellsten Rennrunde schob sich Niklas Brinkmann von Startplatz 13 bis auf Rang acht nach vorne.
Im abschließenden Finallauf konnte Niklas Brinkmann seine Platzierung nochmals verbessern. Mit einem Raketenstart katapultierte sich der Neuenradener bereits in der ersten Runde auf Platz drei. An der Spitze zeigte Nicolaj Moller Madsen einmal mehr seine Fähigkeiten. Mit einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg sicherte sich der Energy-Corse-Pilot in der Magdeburger Börde insgesamt 40 Zähler für die Meisterschaftswertung. Nach einigen Positionswechseln durfte sich der Luxemburger Rick Nadin im Ziel über Rang zwei freuen.
In der DKM-Gesamtwertung geht es sehr eng zu. Mit 64 Zählern übernahm Titelverteidiger Nicolaj Moller Madsen die Führung. Auf Rang zwei folgt der Luxemburger Rick Nadin (57 Punkte) vor Niklas Brinkmann mit 52 Punkten auf Rang drei.
Im Anschluss an eine gelungene Veranstaltung äußerte sich DKM-Koordinator Stefan Wagner zufrieden gegenüber der Presse: “Wir haben hier in Oschersleben eine wirklich gut organisierte und absolut hochwertige DKM-Veranstaltung gesehen. Die Voraussetzungen rund um die Strecke sind einfach optimal. Mit dem Verlauf des Wochenendes sind wir sehr zufrieden. Es gab wenig zu bemängeln und mit Hilfe der bewährten Race-Control konnten wir einige Problemfälle auf der Strecke schnell klären.” Insgesamt gab es an einem gelungenen DKM-Rennwochenende in Oschersleben also nur wenig auszusetzen. Abschließend wollte sich Wagner noch zu den Teilnehmerzahlen in der DKM äußern: “Dass wir Fahrer aus 16 Nationen in den Starterlisten haben zeigt, dass die DKM auch im Ausland einen sehr hohen Stellenwert genießt. Ich bin mir sicher, dass wir dieses hohe Niveau auch bei den ausstehenden Veranstaltungen halten werden. Natürlich sind die Starterzahlen nach der Finanzkrise und den weltweiten Wirtschaftsproblemen ein wenig rückläufig, aber im europäischen Vergleich haben wir noch am wenigsten eingebüßt”, so der Koordinator weiter.
Nach dem spektakulären Rennwochenende in der Magdeburger Börde reisen Nikolaj Moller Madsen (DKM), Christian Sörensen (DJKM) und Manuel Renaudie (DSKM) als jeweilige Spitzenreiter ihrer Klasse zur nächsten Veranstaltung nach Wackersdorf (18.-20. Juni). In der Oberpfalz läutet das ranghöchste deutsche Kartprädikat mit der dritten Veranstaltung die zweite Saisonhälfte ein. Nach den Rennen in Bayern werden sich bereits die ersten Favoriten in den Gesamtklassements heraus kristallisieren. Auf der Kartsportanlage im Prokart-Raceland dürfen sich die Zuschauer daher sicherlich auf hochklassigen und spannenden Motorsport freuen. Mit den Veranstaltungen in Ampfing (16. bis 18. Juli) und Hahn-Hunsrück (20. bis 22. August) beschließt die DKM anschließend ihre Saison.
Also: Bahn frei für die internationale Kartsport-Elite in Wackersdorf!










